Der Apple-Store, der seit vier Jahren kommen soll und nie bestätigt wurde, kommt doch nicht, bestätigen nicht genannte Kreise

Eine wahre Schocknachricht, ein Desaster, ja, die Urkatastrophe für Bonner Apfeljünger schlechthin muss dass sein, was die Medien in der Bundesstadt jetzt bekannt gaben: Der Apple Store, der seit vier Jahren immer wieder durch verschiedene Medien, die sich mit inzwischen zwei Dutzend Artikeln, in denen man sich auf irgendwelche nicht genannten Quellen beruft, angekündigt wird, er kommt nun doch nicht. Behauptet man zumindest in Beruf auf wissende Kreise. und die müssen es ja wissen.

Apple bestätigt nur, dass sie noch nie irgendwelche Gerüchte zu einem neuen Laden in Bonn bestätigt haben. Immerhin: Irgendwann einmal soll jemand immer mal wieder im Laufe der Jahre Mitarbeiter für einen Bonner Apple Store gesucht haben, was Apple auch nie kommentierte. Zwischenzeitlich bietet neben Gravis und CompuStore auch noch MediaMarkt großflächig Apple an. Warum man da noch einen weiteren Laden braucht, erschließt sich nun wirklich keinem.

Aber mit Logik muss man Appleianern ja nicht kommen, die geben auch mal 16 000 Euro für eine Uhr aus und freuen sich dann, dass sie diese nur alle 20 Stunden zum Laden ablegen müssen.

Dass man überhaupt darüber berichtet, dass möglicherweise bald etwas kommt, und das in regelmäßigen Abständen, nur um dann zu berichten, dass dann doch nichts kommt, ist natürlich  auch eine ganz neue Metaeben der Berichterstattung. Das Warum spielt dabei keine Rolle.

Der Bonner Apple Store, er war wahrscheinlich der größte Vapor seit Duke Nukem Forever.

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5 Comments

  1. Alexander

    Sorry, aber ich kann diesen Zynismus nicht teilen. Es gibt viele Dinge, die auch während einer Verhandlung oder sogar wegen eines Baus zu einem Abbruch führen können. Unwahrscheinlich ist, dass Apple das Geld ausgegangen ist. Apple baut gerne nach eigenen Vorstellungen, vielleicht haben die der Bauaufsicht nicht gefallen. In Hannover wurde deswegen schon eine aktuelle Baustelle um jetzt mehr als ein halbes Jahr verzögert – irgendwann muss man dann als Bauherr auch sagen, so Leute, dann halt nicht.

    • Es ist mir egal, ob und wenn ja wo sich Apple in Bonn einen Shop hinsetzt. Nur ist seit sage und schreibe vier Jahren die Rede davon, dass einer kommt, und das im Abstand von etwa vier oder fünf Monaten. Es geht mir um die Art und Weise, in der berichterstattet wird.

      Denn ob und wenn ja welche Probleme es gab, wer die verschuldet hat, warum sich seit vier Jahren nirgendwo ein Apfellogo zeigt – all das ist nicht wirklich Thema. Ob jetzt Apple zurückzieht, weil der Bau nicht fertig wird, wer daran schuld hat, oder ob man ein besseres Angebot von einem anderen Mieter bekommen hat. Das wären die Fragen, die eigentlich zu klären sind.

      Das Warum ist bei der Thematik interessant. Nicht das bloße ob. Doch das ist das einzige, was berichtet wird.

      • Alexander

        Ich kann dir auch sagen warum. Niemand steigt anderen auf die Füße. Journalisten können solche Infos quasi nur preisgeben, wenn sie autorisiert werden oder laufen Gefahr ihre Quelle zu verlieren.

        Auf der anderen Seite hast du bei Anfragen eine Mauer des Schweigens, die du nicht durchbrochen kriegst. Ich habe in den letzten Jahren bestimmt 40 Anfragen an Apples Presseabteilung gestellt zu diversen Themen und keine Antwort erhalten. Das geht aber super vielen so. Apple redet nur, wenn es selbst will und dann inszeniert es sich. Der Besuch Tim Cooks bei der BILD Zeitung war so eine Inszenierung.

        Doch die andere Seite ist nicht auskunftsfreudiger. Weil alles was man sagt, könnte einem ja negativ ausgelegt werden. Stadtverwaltungen kommentieren Bauvorhaben äußerst selten.

        Da sind solche Stellenausschreibungen ein Strohhalm, der zudem sehr oft tatsächlich auf einen Apple Store hingewiesen hat. Natürlich kann Apple in Bonn auch anderweitig aktiv sein, oder sich dann anders entschieden haben. Man muss bei solchen Berichten wie dem des Generalanzeigers auch zwischen den Zeilen lesen.

        • SE

          Man muss ja nicht immer über Pressestellen gehen, es gibt ja auch andere Quellen.

          Aber: Zur gleichen Zeit waren noch andere Bauvorhaben als spätere Stelle möglich. Hätte es nicht sein können, dass ein solcher Shop woanders hin kommt? Ich finde es seltsam, dass nun, wo die Projektbaustelle nahezu fertig ist (vier jahre nach dem ersten Bericht!), plötzlich Apple einen Rückzieher gemacht haben könnte…

          Und dann bleibt da noch die generelle Apple-Frage, die der unreflektierten Berichterstattung. Warum berichtet man derart extensiv darüber, obwohl man nicht mehr als eine Stellenausschreibung hat?
          Und so wird ein Bericht von der Seite Apfelpage vielleicht doch wahrscheinlicher: Der “Applestore” sollte im Media Markt untergebracht werden.

          Vielleicht war es ja auch nur ein guter Marketinggag, der erfolgreich aufgegriffen wurde…

  2. Alexander

    Vorweg: ja es wird extensiv berichtet. Aber normalerweise dauert es nicht Jahre, bis es dann soweit ist.

    Dann: Apple macht Marketing nicht über Stellenangebote. Denn da kann man ja nichts steuern. Wenn Apple Marketing macht, dann inszeniert sich die Firma und hat alles unter Kontrolle.

    Vier Jahre sind eine vermeintlich lange Zeit, aber trotzdem nicht unrealistisch. Ich kenne Beispiele, da hat die Stadt einen Rückzieher gemacht, bzw. sich nach Wahlen die Machtverhältnisse verschoben. Sehr plakativ wird das derzeit in Griechenland, weil jeder sich auf Neues einstellen muss, aber nicht so recht will. Es gibt ganz unterschiedliche Dinge, warum sich etwas verzögern kann. Bspw. wurde mal ein Prüfunternehmen ausgewechselt, auf eigenen Wunsch, weil ihm eine Lizenz für die Abnahme von Stahlträgern fehlte. Das wussten beide Parteien nicht vorher, also die Prüfer nicht, dass solche Stahlträger eingesetzt würden und die andere Seite nicht, dass dann die Arbeit nicht sofort geleistet wird. Also muss man erst jmd. Neues suchen, bis dahin vergeht jedoch wieder Zeit und andere Dinge, die davon abhängig sind, werden gleichermaßen beeinflusst. Das ist wie ein Dominoeffekt. Wenn irgendwann, und das kann sehr lange dauern, Kosten und Nutzen aus den Fugen geraten, wird dann halt sehr spät die Handbremse angezogen.

    PS: dein spambot ist manchmal blöd, stellt Fragen wie “was ist ein Spambot?” Was soll man denn da antworten? Und oft wird nach der Zitrone gefragt.

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