Ich erhalte etwa alle zwei, drei Wochen Anrufe von Menschen, die bei mir Fragen bezüglich eines Cafés haben. Und zwar nicht, um zu wissen in welchem Café es was besonderes gibt. Da könnte ich vielleicht weiterhelfen.

Sondern Fragen wie: “Ich habe gestern meinen Geldbeutel bei Ihnen vergessen.” Oder: “Welche Tagessuppe haben Sie heute?”

Ich betreibe einen Café- und Kaffeeblog, der als solcher auch erkennbar sein sollte. Steht es doch dick drüber: “Geschichten in, aus und über Cafés”. Die Berichte über Cafés sind deutlich erkennbar Erfahrungsberichte bzw. Vorstellungen.

Doch offenbar nehmen sich die Menschen keine Zeit, das zu erkennen, sondern rufen sofort das Impressum auf, um dann die unter der Überschrift “Dieses Weblog wird betrieben von” angegegeben Telefonnummer anzurufen.

Wenn ich das dann versuche aufzuklären, stoße ich meist auf Ratlosigkeit.

Und manchmal frage ich mich, ob das heutige Internet zu kompliziert geworden ist, oder ob man in der Schule vermehrt Wert auf Medienkompetenz legen sollte; dass es neben der Zeitungsanalyse auch ein paar Stunden Webmedienanalyse geben sollte.

Böse bin ich den Anrufern nicht. Es gibt keine dummen Fragen, und fragen kostet nichts. Es zeigt mir nur, dass ich gut in Suchmaschinen gelistet bin, dass es ein Informationsbedürfnis gibt, das nicht von den Cafébetreibern getilgt wird, und dass ich gelesen werden. Zumindest von mindestens zwei Lesern im Monat.