Bonn – Diese Geschicht hat es schon in sich: Das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration will eine Außenstelle im Flüchtlingsheim Ermekeilkaserne errichten. Damit ist man nah an den Flüchtlingen der dortigen Landeseinrichtung dran, die noch registriert werden müssen.

Dafür wird allerdings ein städtisches Heim geräumt, das erst vor kurzem dafür hergerichtet wurde. 340 Flüchtlinge müssen neu untergebracht werden, sie kommen wohl in Turnhallen unter. Wohl aus diesem Grund gibt es auch einen Zuweisungsstopp an Bonn.

Was die Stadtverwaltung allerdings dabei geritten haben mag, diesen Umstand zu verschweigen, stattdessen damit zu prahlen, man würde die nächsten vier Wochen keine neuen Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen, kann wohl keiner nachvollziehbar erklären.

Dass das spätestens nach ein paar Tagen auffliegt, muss doch auch dort bewusst gewesen sein. Gerade in der Flüchtlingspolitik darf man nicht durch solche Heimlichtuerei das Vertrauen der Bevölkerung verspielen.

Denn den Vereinen ist es egal, ob neue Flüchtlinge in Hallen kommen, oder ob bereits registrierte dort einziehen. Dieser Schachzug ist ein Rohrkrepierer, der eine Schramme am bislang fast makellosen Bild des neuen OB hinterlässt.

Vielleicht sollte der Rat angesichts des offensichtlichen Personal- und Managementmangels im SGB und der gesamten Flüchtlingsarbeit in Bezug auf die Suche nach Unterbringungsflächen mehr Kräfte bewilligen, damit effizienter agiert werden kann.