Bonn – Godesberg, Hochburg des rheinischen Medizintourismus, möchte jetzt auch seine andere Burg vermarkten: Die Godesburg und den Burgberg.

Eine Vorlage dazu liegt gerade im Hauptausschuss und wird aller Voraussicht nach beschlossen. Im Zentrum steht ebenjene Burg:

  • als germanische Kultstätte,
  • als Ort römischer Heiligenverehrung,
  • als fränkische Gräberstätte,
  • als Burg zur Verteidigung Kurkölns,
  • als Ort der Auseinandersetzung zwischen Katholizismus und Protestantismus im Zusammenhang mit der Zerstörung der Burg,
  • als Ursache des Interesses am Ausbau Godesbergs mit Draitschbrunnen, Redoute, kurfürstlicher Zeile und Redoutenpark,
  • als historische Godesberger Grabstätte für Bürger christlichen und jüdischen Glaubens (Burgfriedhof und Jüdischer Friedhof),
  • als Schutzraum im Bombenkrieg,
  • als Beispiel der Symbiose von mittelalterlicher und neuzeitlicher Architektur (Böhm) und
  • als Ort der ersten Flächensanierung nach dem zweiten Weltkrieg (Altstadtcenter)

Auch wenn es nur schwer vorstellbar ist, Touristen die Schönheit der “neuen”  Godesberger Innenstadt zu vermarkten, ist ein solches Konzept ein Schritt dazu, Bonn insgesamt touristisch attraktiver zu machen und von seiner Beethoven-Besoffenheit abzubringen.

Denn wenn auch die Verwaltung betont, die Godesburg werde bereits bei der wöchentlichen Rundfahrt beworben und tauche im Flyer “Godesberg zu Fuß auf”, ist bislang wenig von außer-beethövischen und -bundeshauptstädtischen Sehenwürdigkeitsvermarktungen zu bemerken.

Ach ja, wer sich jetzt fragt, was eine solche touristische Aufwertung Bad Godesberg die Stadt kosten darf: Nüschts.

Für die Erstellung des gewünschten Konzeptes sind im Haushalt 2017/2018 keine Haushaltsmittel eingestellt. Die Realisierung hängt daher von der Bereitstellung von Fördermittel ab. Die Höhe der Konzeptkosten hängt von Art und Umfang der zu erstellenden Ausfertigung ab und kann z.Z. noch nicht beziffert werden. Die Verwaltung wird hierzu mit möglichen Fördermittelgebern entsprechende Gespräche aufnehmen.

Foto: Die Ruine der Godesburg (2005). By Dickbauch (Self-photographed) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons