Packstationen sollen das Leben ja einfacher machen, sowohl für den Arbeitnehmer als auch den Paketboten. Man wälzt quasi die Arbeit des Päckchenbringers auf den Bewohner ab, zum beiderseitigen Vorteil.

Wenn es denn funktioniert, mit den Paketen von DHL.

Mittwoch vor zwei Wochen bestellte ich via Amazon Prime ein kleinere Gerät, dass am Montagmorgen gebraucht wurde. Donnerstagabend sollte es da sein. Leider verzögerte sich etwas im Versandablauf. Nachdem es am Freitag noch immer nicht da war, und eine garantierte Lieferung am Samstagmoten nicht mehr möglich war, blieb nur die Möglichkeit, das Gerät im Laden zu kaufen.

In Bonn bot es nur Conrad an. Dafür aber sofort, wenn auch mit einem 30-prozentigen Filialzuschlag. Das Amazon-Paket ging zurück.

Packstationdesaster

In Bonn Beuel gibt es eine Packstation, die entweder voll oder defekt ist, und da regelmäßig. Das machte sich bei der zweiten Lieferung bemerkbar. Diesmal war es Werkzeug, von Bosch (das wird nachher noch einmal relevant), das am Donnerstagabend bestellt wurde. Spätestens Samstag sollte es dann in der Packstation liegen.

Die Station war voll oder defekt. Nicht zum ersten Mal übrigens. Das Paket wurde umgeleitet, zu einer anderen Packstation, einen Kilometer entfernt. Dachte man zumindest, denn wie sich dann zeigte, wurde nur ein Teil dort eingelagert. Der andere, das wichtige, war verschollen: “Wurde umgeleitet. Wenden sie sich an ihren Paketdienstleister.” Wo genau? Der Empfänger wurde nicht informiert, weder per SMS, noch per Mail. Offenbar hatte eine Scannung nicht geklappt.

Der gelbe Paketdienstleister hat eine Hotline. Dort wird man via Maschinenstimme aufgefordert, seine tausendstellige Sendungsnummer durchzusagen. “Wir konnten ihre Sendung nicht finden. Bitte sagen sie die tausendstellige Sendungsnummer noch einmal durch.”

Ich gab auf.

Filiale

In der Filiale des Paketdienstleisters, der Packstation am nächsten, hieß es dann am Mittwoch: Das Paket sei auch nicht dort. Die Sendungsnummer würde auch nix nützen, auch nicht das Datum, oder der Inhalt, ein Bosch-Werkzeug (wird nachher noch relevant) Man solle doch anrufen, bei der Servicenummer mit der Maschinenstimme.

Diesmal wählte ich im Optionsmenu aber nicht Fragen zur Sendung, sondern Fragen zu den Produkten, in der Hoffnung, auf einen Menschen zu treffen.

Mit Erfolg: Die Dame konnte mir, nachdem ich die tausendstellige Paketversandnummer durchgesagt hatte, sagen, dass das Paket in der FIliale in Beuel liegt. Ich sagte ihr, dass könne nicht sein, weil ich dort gerade gewesen sei, und es dort nicht liege.

“Wir konnten ihre Auswahl nicht verstehen”, unterbrach eine Maschinenstimme unser Gespräch, und beendete den hoffnungsvollen Dialog.

Ich wählte mich erneut durch das Menu, und bekam eine neue Mitarbeiterin. Die sagte, nachdem ich ihr die tausendstellige Packetversandnummer durchgesagt hatte, dass weder sie noch ihr dazugerufener Kollege mir sagen könnten, wo das Paket liegt, und die Mitarbeiterin, die mir fünf Minuten zuvor gesagt hatte, dass mein Paket in Beuel läge, das gar nicht wissen könne.

Auf meine Frage, was ich denn nun machen solle, sagte sie mir, ich solle mich bis “spätestens Samstagabend” gedulden, dann wisse man, wo es sei.

Ich bedankte mich für die nette Auskunft. Immerhin wusste ich, dass zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste, wo das Paket ist.

Am Freitag rief ich noch einmal an. Die Antwort war, überraschend: Das Paket läge in der Filiale in Beuel! Ich überlegte inzwischen, das Paket als vermisst zurückzuschicken, und in den Baumarkt zu fahren. Denn nach einer Woche wurde es langsam zeitkritisch, das Gerät wurde benötigt.

Auch über Twitter  bekam ich diese Mitteilung-

Am Samstagmorgen betraten wir dann die Filiale in Beuel, wieder. Die selbe MItarbeiterin, die mir am Mittwoch noch gesagt hatte, das Paket sei nicht da, scannte die Paket-Karte. Ging nach hinten. “Ja, das Paket ist hier”, sagte sie, sehr zu meiner Erleichterung Kam nach fünf Minuten mit einem großen, grünen BOSCH-Paket zurück. Tippe fünf Minuten lang am Rechner herum, scannte es zwei- oder dreimal. Überreichte es uns.

Fazit

Das Packstationsprinzip ist defekt. Der Paketempfänger wird zum Arbeitnehmer. Menschliche Fehler haben Auswirkungen auf die gesamte Zustellung, die erst durch intensive Forschung behoben werden können. Menschliche Interaktionen sind nicht wirklich gewollt und werden auch nicht gefördert, frei nach dem Motto: “Sie sehen doch, was wir hier zu tun haben. Da können wir doch nicht auch noch nach einem grünen Paket mit einem BOSCH-Werkzeugaufdruck schauen. Fragen sie lieber bei der Zentrale nach” Nebenbei: DHL-Partnershops machen so etwas im Zweifel.

PS: eine DHL MItarbeiterin riet mir doch, via AMAZON einen Sendungsnachforschung zu initiieren. Ob das überhaupt möglich ist, wäre ein Kapitel für sich